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Zaubernuss (Hamamelis virginiana) |
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Hausmittel und Selbstmedikation -
Heilkräuter
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Zaubernuss - Hamamelis virginianaDie Zaubernuss gehörte zu den traditionellen Mitteln nordamerikanischer Indianerstämme. So dienten Rindenabkochungen dazu, Tumore und Entzündungen zu behandeln. Die europäischen Siedler des 18. Jahrhunderts schätzten hauptsächlich ihre adstringierende Wirkung und brachten sie somit nach Europa und auf andere Kontinente.
Merkmale: An der Atlantikküste Nordamerikas, an der kaukasischen Schwarzmeerküste und in Ostasien wächst die Pflanze wild. Wir kennen sie aus heimischen Gärten und Parkanlagen. Die Zaubernuss ist ein Strauch, welcher bis 8m hoch wird. Er trägt haselnussähnliche Blätter und bildet Blütenstände aus, die ein – bis fünfblütig aus den Blattachseln kommen. Die angenehm duftenden gelben
Kronblätter sind lang, lineal und in der Knospe uhrfedrig eingerollt. Weil die Blüten im Herbst erscheinen, reift die Frucht erst im Sommer des nächsten Jahres. Sie ist eiförmig, springt bei der Reife im oberen Teil auf und schleudert die Samen meterweit von sich.
Vorkommen: Die Zaubernuss ist ein in Kanada und im Osten der USA heimischer Waldbaum, welcher heute auch in Europa angepflanzt wird. Die Vermehrung kann im Herbst durch Steckhölzer oder Samen erfolgen.
Richtig sammeln: Die Blätter der Zaubernuss sammelt man im Herbst und trocknet sie schonend, aber schnell. Im Frühjahr wird die Rinde von den Ästen und Zweigen gelöst. Man bringt sie als rinnenförmige Stücke ein, schneidet sie in 15 bis 20cm lange Stücke oder löst sie spiralförmig ab. An der Sonne wird schnell getrocknet.
Die Wirkstoffe: Die Zaubernuss enthält große Mengen an Gerbstoffen. Diese haben einen trocknenden, adstringierenden Affekt, der die Proteinketten in der Haut und an Oberflächen von Abschürfungen zusammenzieht. Dadurch wird eine Schutzschicht geschaffen, die Entzündungen hemmt und die Heilung verletzter Haut fördert. Die Zaubernuss scheint auch die Heilung dicht unter der Haut liegender, beschädigter Blutgefäße zu beschleunigen, was vermutlich auf die Flavonoide und Gerbstoffe zurückzuführen ist. Nach der Destillation behalten die Pflanzenteile ihre adstringierende Wirkung, so dass neben den Gerbstoffen vermutlich noch weitere adstringierende Substanzen vorhanden sind.
Anwendungsformen: Die Zaubernuss eignet sich bestens bei empfindlicher oder entzündeter Haut, zum Beispiel bei Ekzemen. Sie wird dort aufgetragen wo die Haut noch nicht stark aufgerissen ist, da der betroffene Bereich so gegen Infektionen geschützt ist. Weiterhin kann die Zaubernuss bei verletzten Gesichtsäderchen, Krampfadern oder Hämorrhoiden angewendet werden, ist aber auch ein wirksames Mittel bei Blutergüssen. Aufgrund ihrer adstringierenden Wirkung hilft sie, gedehnte Gefäße wieder zusammenzuziehen, so dass sie ihre normale Form wieder zurückerhalten.
Rezepte: Tee aus Hamamelisblättern; 1 gehäuften Teelöffel Hamamelisblätter mit ¼ l siedendem Wasser übergießen und 10 Minuten lang ziehen lassen.
Tee aus Hamamelisrinde; 1 gehäufter Teelöffel Hamamelisrinde mit ¼ l Wasser 10- 15 Minuten lang auskochen und noch warm genießen. In beiden Fällen ist damit bei Zahn- und Mundschleimhautentzündung lauwarm mehrmals am Tag zu gurgeln oder zu spülen. Gegen Durchfälle sind 2- 3 Tassen Tee zwischen den Mahlzeiten die rechte Dosierung.
Salbe aus Rinde; 60g getrocknetes oder 150g frisches Kraut auf 500g Vaseline oder Parafinwachs. Vaseline oder Wachs in einer Glasschüssel schmelzen, die feingehackten Kräuter zugeben und 15 Minuten unter ständigem Rühren köcheln lassen. Ein Papiertuch in einen Krug hängen und am äußeren Rand mit Bindfäden befestigen. Die Kräutermischung hineingießen und die Flüssigkeit durch das Tuch ablaufen lassen. Die noch flüssige Salbe sofort in Gläser umfüllen, denn sie erstarrt sehr rasch. Deckel locker auflegen, nach dem Erkalten, die Deckel aufschrauben und beschriften. Die Creme ist in dunklen Schraubdeckelgläsern bis zu 3 Monaten haltbar. 3-mal täglich kleine Mengen auftragen.
Tinktur aus Rinde; 200g getrocknetes oder 300g frisches, klein gehackte Rinde auf 1l Alkohol. Ideal ist 35- 40%iger Wodka, obwohl Rum bittere oder schlecht schmeckende Kräuter besser überdeckt. Die Rinde in ein großes, sauberes Schraubdeckelglas geben, den Alkohol dazu geben, bis die Rinde vollständig bedeckt ist. Das Glas verschließen und beschriften. 1- 2 Minuten schütteln, nun 10- 14 Tage kühl und dunkel stellen, das Glas alle 1-2 Tage schütteln. Eine Weinpresse mit einem Papiertuch auslegen, das Kräuter- Alkohol- Gemisch hineingießen und die Flüssigkeit im Krug auffangen. Langsam pressen, bis nichts mehr heraus rinnt. Tinktur mit einem Trichter in saubere, dunkle Flaschen umfüllen. Volle Flaschen fest verkorken oder zuschrauben und beschriften. 2- 3-mal täglich 5ml in 25ml Wasser oder Saft verdünnt. Kühl und in sterilisierten, dunklen Glasbehältern ist die Tinktur bis zu 2 Jahre haltbar.
Nebenwirkungen: Bei Anwendungen in therapeutischen Dosen sind Nebenwirkungen nicht bekannt. Bei erheblicher Überdosierung sind Magen- Darmreizungen möglich.
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