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Vogelbeere / Eberesche
Hausmittel und Selbstmedikation - Heilkräuter

Vogelbeere / Eberesche

Die Vogelbeere, die auch als Eberesche bezeichnet wird, gehört zu den hauptsächlich wild wachsenden Baumarten. Sie ist, ganz gleich zu welcher Jahreszeit, wunderschön anzusehen. Im Frühjahr zeigen sich die weißen Blüten in ihrem schönsten Bild, im Spätsommer leuchten die roten Beeren und im Herbst verfärben sich die Blätter in den wunderbarsten Farben.

Die Beeren, die im August heranreifen, sind ein bei den Vögeln sehr beliebtes Futter. Daher stammt auch der Name „Vogelbeere“. Auch der lateinische Name „Sorbus aucuparia“ deutet darauf hin. Aucuparia wird von avis capere abgeleitet, was „Vögel fangen“ bedeutet. Im Altdeutschen wurde die Vogelbeere
als Aberesche, als „falsche Esche“ benannt, weil die gefiederten Blätter der, der Esche ähneln. Innerhalb dieser Bäume besteht keine Verwandtschaft. Heute zählt sie zu den Rosengewächsen.

Zu finden ist die Eberesche in fast jeder Landschaft, an Straßen- und Feldrändern, in Gebirgen und in Wäldern. Da sie ein sehr tief gehendes und verzweigtes Wurzelwerk besitzt, wird sie auch gerne als Lawinenschutz gepflanzt. In Parkanlagen und Ziergärten ist sie als Zierbaum zu finden, einerseits, da sie vielen Vögeln Nahrung und Unterschlupf bietet, zum anderen, weil sie eine optische Bereicherung darstellt.

Die Bäume haben eine durchschnittliche Höhe von circa 15 bis 20 Metern und gehören somit zu den kleinwüchsigen Gattungen. Die Verbreitung der Samen erfolgt durch den Kot der Vögel.

Die Beeren der Eberesche enthalten unter anderem sehr viel Vitamin C. 100 Gramm dieser Frucht liefern 98 Milligramm Vitamin C, so dass sie direkt nach der Paprika (100 mg) aufzuführen sind. Spinat, der ebenfalls zu den Vitamin-C-Lieferanten zählt, liefert im Vergleich zur Vogelbeere nur 50 bis 90 mg. Der Geschmack der Beere ist etwas bitter, was die Parasorbinsäure bewirkt, die zu Magenproblemen führen kann. Werden die Beeren gekocht, können sie in größeren Mengen, zum Beispiel als Marmelade, gegessen werden. In manchen Regionen wird, statt Preiselbeeren, auch gerne Vogelbeeren-Marmelade zu säuerlichen Wildgerichten serviert. Durch das Kochen wird die Parasorbinsäure in Sorbinsäure umgewandelt, die gut verträglich ist.

In der Heilkunde gelten die Beeren als harntreibend, Immunsystem-steigernd und können bei Leber- und Gallenproblemen, bei Gallensteinen, bei einer Lungenentzündung oder Bronchitis Abhilfe schaffen. Bereits früher wurden aus den Blättern Tee gekocht, der bei Magenproblemen helfen sollte. Saft, der aus den Beeren gepresst wurde, wirkte als Abführmittel. All diese Anwendungs- und Verwendungsgebiete entstanden sozusagen aus der Not heraus.

Heutzutage findet die Vogelbeere aber in der Medizin keine Verwendung mehr, denn es gibt viele andere, wirksamere Mittel. Außerdem können Nebenwirkungen wie Magenschmerzen, Erbrechen und Durchfall auftreten.
 
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