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Uzara (Xysmalobium undulatum) |
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Hausmittel und Selbstmedikation -
Heilkräuter
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UzaraBei Ureinwohnern in Südafrika ist die Wirkung der Uzara-Pflanze entdeckt worden, deren Säfte sowohl als Pfeilgift als auch als heilsame Medizin gegen Bauchkrämpfe und Durchfallerkrankungen eingesetzt wurden.
Die Patienten fühlten sich auf wundersame Weise schon nach der ersten Einnahme des Wirkstoffs besser. Das führte in Deutschland zu ausgiebigen Untersuchungen und Forschungen an der Pflanze an der Universität Marburg.
Der Flüssigkeitsverlust durch Durchfall war eine häufige Todesursache bei Kindern. So kam es, dass besonders Kinderärzte begeistert waren von der Arznei aus der neuen Pflanze. Sie bescheinigten in 90 % aller Fälle ausgezeichnete Heilungserfolge: Nach ein bis zwei
Tagen war ein Großteil der kleinen Patienten geheilt. Dazu hatte der Uzara den Vorteil, krampflösend lokal im Magendarmtrakt und nicht wie andere Mittel auf das zentrale Nervensystem zu wirken. Auch andere gefährliche Symptome, wie Krämpfe, Übelkeit und Erbrechen nahmen ab oder verschwanden ganz.
Erst viel später wurden sämtlich Wirkstoffe der Pflanze aufgeschlüsselt. Das Uzarin ist nur einer der acht Inhaltsstoffe. Ebenso wurden chemische Verwandte des Digitalis entdeckt, der jedoch wegen seiner besonderen Beschaffenheit in der Pflanze auf das Herz keine Wirkung hat. Nur bei Patienten, die zudem noch Digitalis einnehmen müssen, müssen mögliche Wechselwirkungen beobachtet werden.
Die Staude, wissenschaftlich Xysmalobium undulatum genannt, stammt aus der Familie der Schwalbenschwanzgewächse und wird bis zu zwei Meter hoch. Zwischen spiralförmig angeordneten lanzenartigen Blättern bildet sie grüngelbe Blütendolden aus, deren weichstachelige und eiförmige Samenkapseln hochgiftig sind.
Die aufgesprungenen Fruchtkapseln erinnern an reife Baumwolle. Des milchigen Safts wegen wird die Uzara im Englischen auch „Milk Bush“, also „Milchstrauch“ genannt. Als Zierpflanze ist die Uzara inzwischen im gesamten Mittelmeerraum und auf den Kanaren beheimatet und gedeiht an feuchten Stellen wie Flussufern und in Küstennähe.
Die Wurzeln der Pflanze enthalten den wichtigen Stoff, der außerordentlich wirksam gegen Durchfall ist. Die Substanz ist dabei so verträglich, dass sie in der Regel selbst Säuglingen verabreicht werden kann.
Heute ist der Uzara-Wirkstoff als Saft, Dragees und Lösung erhältlich und gilt immer noch als hochwirksames und gleichzeitig sehr verträgliches Medikament gegen Darmkatarrh, Sommerdiarrhoen, Magen-Darm-Krämpfen und bei Reisen in ferne Länder zur Vorbeugung der Umstellung auf die ungewohnte Nahrung.
Jedoch wird dringend geraten, bei Durchfallerkrankungen von Kleinkindern und Säuglingen auf Selbstmedikamentation zu verzichten und lieber den Arzt zu Rate zu ziehen, denn auch heute noch ist Durchfall nicht nur eine unangenehme Erscheinung, sondern eine ernstzunehmende Krankheit, die allein in Deutschland jährlich über 40 Millionen mal zuschlägt.
Besonders muss darauf geachtet werden, dass der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt des Kranken ausgeglichen wird. Gerade bei kleinen Patienten verursacht ein Flüssigkeitsverlust leicht lebensbedrohliche Situationen.
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