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Tormentill (Potentilla erecata)
Hausmittel und Selbstmedikation - Heilkräuter

Tormentill

Der Tormentill, mit lateinischem Namen als Potentilla erecata bezeichnet, stammt aus der Familie der Rosengewächse. Im Volksmund wird er meistens als Blutwurz bezeichnet, wobei sich zudem eine Reihe anderer Namen ergeben haben, wie beispielsweise Christuskrone, Bauchwehwurz, Fingerkraut, Ruhrwurz oder Mooreckel.  

In dem Gattungsnamen Potentilla steckt das lateinische Wort „potentia“ für Macht – vielleicht ein Hinweis auf die mächtigen Heilkräfte? Jedenfalls galt die Pflanze als Mittel gegen die Pest. Der deutsche Name „Blutwurz“ rührt wohl von dem blutroten Saft her, der beim Anschneiden der Wurzel austritt und früher als Farbstoff verwendet wurde.

Der Tormentill ist in Mittel-
und Nordeuropa beheimatet. Heute ist er in ganz Europa zu finden und bevorzugt nasse bis trockene Margawiesen und Heiden. Beim Tormentill handelt es sich um eine sehr ausdauernde Staudenpflanze mit verzweigten Stängeln, die eine Höhe von 30 Zentimetern erreicht. Der Wurzelstock färbt sich an Bruch- oder Schnittstellen rot. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die im Wurzelstock enthaltenen Gerbstoffe in der Luft in eine farbige Verbindung umgewandelt werden.  

Die Stängel des Blutwurz tragen gefingerte Blätter. Die Blütezeit erstreckt sich auf die Monate März bis Juni. Die kleinen gelben Blüten haben vier Kronblätter und sitzen in den Verzweigungen an kleinen, dünnen Stielen.

Medizinisch verwendet wird der getrocknete Wurzelstock, der im Frühling oder Spätherbst gesammelt wird. Zu den pharmakologisch wichtigen Inhaltsstoffen zählen in erster Linie Gerbstoffe, Flavonoide und Triterpene.

In der Volksheilkunde fand der Tormentill Anwendung bei Magen-Darm Entzündungen und Durchfall. Äußerlich wurde er auch bei schlecht heilenden Wunden, bei Nasenbluten, Erfrierungen, Verbrennungen und bei Hämorrhoiden angewendet. Heute werden überwiegend Fertigarzneimittel verwendet in Form von Kapseln. Es gibt jedoch auch weitere Formen, wie Trockenextrakte, Tinktur, Pulver oder Teeabkochungen der Wurzel.

Die Anwendung als Pulver ist besonders zu empfehlen, da die enthaltenen Gerbstoffe langsamer freigesetzt werden und auch tiefere Darmabschnitte erreichen. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 2 bis 4 Gramm. Grundsätzlich sollten Präparate, die Tormentill enthalten nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Nebenwirkungen können bei empfindlichen Patienten in Form von Magenbeschwerden auftreten.

Zur Teezubereitung werden etwa 2 Gramm der getrockneten und zerkleinerten Wurzel mit 150 ml kaltem Wasser übergossen und anschließend kurz aufgekocht. Nach kurzem Ziehen wird der Sud abgeseiht.

Bei Durchfallerkrankungen wird 3-mal täglich eine frisch zubereitete Tasse Tee empfohlen, die nach Möglichkeit zwischen den Mahlzeiten zu trinken ist. Bei Entzündungen im Mund- und/oder Rachenraum wird die Teezubereitung zum Gurgeln oder Spülen verwendet, hier empfiehlt sich eine Anwendung 2- bis 3-mal täglich.

Klingen die Durchfallerkrankungen auch nach drei bis vier Tagen nach Beginn der Einnahme nicht ab, so sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. Auch sollte die innerliche Einnahme grundsätzlich auf wenige Tage beschränkt werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte eine Anwendung nur nach ärztlichem Rat folgen.
 
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