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Taigawurzel (Eleutherococcus)
Hausmittel und Selbstmedikation - Heilkräuter

Taigawurzel

Die Taigawurzel, mit lateinischem Namen als Eleutherococcus bezeichnet, stammt aus der Familie der Efeugewächse. Im Volksmund haben sich zahlreiche andere Bezeichnungen gebildet, wie beispielsweise Sibirischer Ginseng, Stachelpanax oder Eleutherokokk.

Der botanische Name „Eleutherococcus“ setzt sich aus den griechischen Wörtern „eleutheros“ (frei) und „kokkos“ (Same) zusammen und gibt auf einen Hinweis auf die Lage der Samen in der Frucht. Den Beinamen „Sibirischer Ginseng“ trägt die Pflanze deshalb, weil sie ein ähnliches Wirkprofil wie die wesentlich teurere Panax ginseng aufweist. Aus diesem Grund wird sie auch gerne als preisgünstiger Ersatz verwendet.

Die Taigawurzel, bei der es sich um
einen Strauch handelt, der eine Höhe von zwei bis drei Metern erreichen kann, ist in Sibirien weit verbreitet. Dort findet man die Pflanze in Höhenlagen ab 800 Metern. Aber auch in Korea, Japan und Nordchina ist die Taigawurzel beheimatet.

Die Zweige der Taigawurzel sind dicht, besitzen eine graue bis graubraune Rinde und sind mit hellen Stachelborsten besetzt. Die Laubblätter sind fünfzählig und weisen am Rand eine Sägung auf. Die kleinen Blüten können sowohl einzeln als auch in traubenartig zusammengesetzten Dolden auftreten. Je nach Geschlecht der Pflanze, weisen die Blüten eine unterschiedliche Färbung auf: männliche Pflanzen tragen violette Blüten, weibliche Pflanzen dagegen gelbe. Aus ihnen entwickelt sich später die Frucht in Form einer schwarzen Beere.

In der traditionellen chinesischen Volksmedizin findet man bereits im 3. Jahrhundert vor Christus erste Hinweise auf die heilende und vorbeugende Wirkung der Taigawurzel. In Europa dagegen ist keine traditionelle Verwendung bekannt.

In der Volksheilkunde wird die Taigawurzel bei Nierenschmerzen, Harnverhaltung, Impotenz, Schlafstörungen, Schmerzen und Schwäche im Hüft- und Kniegelenk, Appetitlosigkeit, rheumatoider Arthritis sowie als Immunstimulanz eingesetzt. Auch vor Prüfungssituationen, zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit und, um den damit verbundenen Stress standzuhalten, wird die Wurzel verwendet.

Nach dem Kontakt mit toxischen Chemikalien oder radioaktiven Strahlen schützt die Taigawurzel den Organismus vor einer drohenden Vergiftung. Arzneiliche Verwendung findet der getrocknete Wurzelstock mit den Wurzeln. Wichtige pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe sind Triterpensaponine, Steroidglykoside, Phenylacrylsäurederivate, Kaffeesäurederivate, Lignana und Polysaccharide.

Heute werden zahlreiche Fertigpräparate im Handel angeboten, in Form von Tabletten, Dragees oder Tropfen, mit hoch konzentrierten alkoholischen Extrakten oder Pulver sowie Abkochungen der losen Wurzel. Alternativ lässt sich aus der Wurzel auch Tee herstellen. Zur Teezubereitung verwendet man gut 1 Teelöffel klein geschnittene Wurzel und übergießt diese mit etwa 150 ml kochendem Wasser. Anschließend lässt man den Sud etwa 15 bis 20 Minuten ziehen und seiht ihn ab. Empfohlen werden täglich 2-3 Tassen frisch zubereiteten Tees.

Die Anwendung als Tee ist allerdings nicht zu empfehlen, da die enthaltenen Wirkstoffe in der Wurzel nur begrenzt wasserlöslich sind. Mit einem Fertigpräparat nimmt man grundsätzlich mehr Wirkstoffe zu sich. Die Anwendungsdauer sollte in der Regel 3 Monate nicht überschreiten.

Da über die Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, sollte von der Anwendung Abstand genommen werden. Nur in seltenen Fällen kann es bei der Einnahme zu Nebenwirkungen kommen, die sich in Form von erhöhtem Blutdruck zeigen. Daher sollten Menschen mit hohem Blutdruck von einer Anwendung absehen. Die Konzentrationen im Blut können sich bei gleichzeitiger Einnahme diverser Antidiabetika verändern.
 
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