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Schwarze Johannisbeere (Ribes Nigrum L.)
Hausmittel und Selbstmedikation - Heilkräuter

Schwarze Johannisbeere - Ribes Nigrum L.

Alles was über die Anwendung der Schwarzen Johannisbeere gesagt wird, gilt insbesondere für die Anwendung in der Volksmedizin. Hier werden die Blätter der Pflanze genutzt. Rheuma, Gicht, Wassersucht und vor allen Dingen Keuchhusten sind Krankheiten, gegen die man sie einsetzt. Ihre Heilwirkung ist schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt.

Vorkommen: Die Heimat der Schwarzen Johannesbeere ist das europäische- asiatische Waldgebiet. Bei uns wird die Beere in Gärten und neuerdings auch in Kulturen gezogen. Gelegentlich aber kommt sie auch wild beziehungsweise verwildert vor. In feuchten Wäldern und Erlenbrüchen findet man sie oft.

/>Merkmale: Die schwarze Johannisbeere ist ein Strauch, welcher 1 bis 2 Meter hoch wird. Die drei- bis fünflappigen Blätter sind grob gesägt und tragen an der Unterseite Öldrüsen. Die Blüten sind in hängenden Trauben angeordnet, gelblichgrün und am Rand braunrot gefärbt. Daraus entwickeln sich zunächst braunschwarze, später tiefschwarze Beeren. Die Pflanze hat einen eigenartigen Geruch, der als unangenehm empfunden wird. Dies drückt sich auch in einigen Volksnamen aus. Die Blütezeit ist von April bis Mai.

Richtig sammeln: Die Blätter der schwarzen Johannisbeere werden im Juni geerntet, man nimmt nur die Blattspreiten und muss sehr darauf achten, ausschließlich Blätter zu sammeln, die frei von Pilzen sind. Die schwarze Johannisbeere wird nämlich häufig vom Kronrost befallen. Das Trocknen geschieht an der Luft. Die Früchte erntet man in vollreifen Zustand. Diese werden meist zu Saft verarbeitet. Der arzneilich verwendetet Saft soll ohne Zusätze in Flaschen gefüllt und sterilisiert werden. Daneben bereitet man auch aus Johannisbeersaft mit Zucker eine haltbare Marmelade oder ein Mus.

Die Wirkstoffe: Die Blätter der Johannisbeere enthalten wenig ätherisches Öl, dem man eine wassertreibende Wirkung zuschreibt, Gerbstoffe, Vitamin C und Flavonoide. In den reifen Beeren steht der Gehalt an Vitamin C im Vordergrund- er ist sehr hoch und beträgt im Mittel 120mg%. Außerdem das Vitamin C2 Euler, auch Vitamin J genannt, das ist ein Antipneumonieefaktor der vor Lungenentzündungen schützen soll. Vitamin der B- Gruppe, Vitamin P, organische Säuren, Pektine, Gerbstoffe und Mineralien ergänzen die Hauptwirkstoffe. Der dunkelviolette Farbstoff soll jenem der Holunderbeeren sehr ähnlich sein. Und schließlich sei noch zu erwähnen, dass der unangenehm riechende Stoff, welcher nicht ohne Wirkung zu sein scheint, welcher aber auch noch nicht genauer beschrieben werden kann, sowohl in den Blättern als auch in den Beeren und beim Trocknen der Blätter verschwindet der Geruch.

Anwendungsformen: Die Verwendung der Blätter vermag sich in der Schulmedizin nicht durchzusetzen, obgleich bewiesen ist, dass diese wassertreibend wirksam sind und auch bei Rheuma und Gicht unterstützende Wirkung zeigen, denn die Schmerzattacken werden nach kurmäßiger Anwendung des Tees aus Blättern seltener und leichter. Die Früchte und ganz besonders den daraus bereiteten Saft gibt man häufig und mit Erfolg bei Husten und Heiserkeit, als Vorbeugemittel gegen Erkältungskrankheiten und vor allen Dingenals Mittel gegen akute und chronische Durchfälle. Getrocknete Schwarze Johannisbeeren werden gelegentlich bei Harnbeschwerden gebraucht.

Rezept: Johannisbeer- Blätter- Tee; 1 bis 2gehäufte Teelöffel Blätter der Schwarzen Johannisbeere werden mit ¼ l kalten Wasser übergossen, langsam zum Sieden erhitztund sofort abgeseiht. 2 bis 3 Tassen täglich ist die richtige Dosierung bei Wassersucht, Harnverhaltung und Rheuma.

Nebenwirkungen: Nachteilige Wirkungen sind nicht bekannt.
 
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