|
Hausmittel und Selbstmedikation -
Heilkräuter
|
RosskastanieDie Rosskastanie, mit lateinischem Namen als Aésculus bezeichnet, stammt aus der Familie der Seifenbaumgewächse mit insgesamt 15 verschiedenen Arten.
Bei den Rosskastanien handelt es sich sowohl um Sträucher als auch um Bäume, die in endständigen Thyrsen blühen. Aufgrund der sehr dekorativen Blüten finden sich viele Arten der Rosskastanie in Parkanlagen und wurden oft als Hofbäume verwendet. Im Herbst entwickeln sich Früchte, die in einer zunächst grünen Kapsel liegen, die Mal mehr und mal weniger Stacheln aufweisen.
Zum Verzehr sind die Früchte für den Menschen nicht geeignet und werden in der Kategorie „ungenießbar“ eingeordnet. Oft wird die
Rosskastanie mit der Edelkastanie verwechselt, obwohl sie mit dieser nicht verwandt ist. Bei einem übermäßigen Verzehr können sich Vergiftungserscheinungen zeigen, die sich meist durch Erbrechen und Lähmungen zu erkennen geben.
Eine weitreichende Verwendung der Rosskastanie findet man aber in der Heilkunde, doch auch hier muss die richtige Dosierung eingesetzt werden, um eine positive Wirkung zu erzielen. Je nachdem, um welche Art der Rosskastanie es sich handelt, ist auch das Verbreitungsgebiet sehr unterschiedlich.
Der Name Rosskastanie ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Früchte in früheren Zeiten an die Pferde verfüttert wurden. Als Futtermittel dienen sie heute jedoch nur noch beim Schalenwild. Der Name ist jedoch auch auf das Aussehen zurückzuführen. Schaut man sich die Stelle an, wo Blatt und Zweig miteinander verbunden sind, so sieht man eine Narbe, die Ähnlichkeit mit einem Pferdehuf mit Nägeln hat.
Die innere Frucht selbst wird als Kastanie bezeichnet, die in ihrer Grundfarbe hell- bis dunkelbraun ist und einen hellen Fleck aufweist, der auch als Nabelfleck bezeichnet wird.
Heute haben überwiegend die Kinder im Herbst ihre Freude daran, Kastanien zu sammeln. Und diese können sie anschließend noch kreativ weiterverwenden, indem sich diverse Kastanienmännchen und –Tiere, frei nach der Fantasie, erstellen lassen. In diesem Bereich ist die Kastanie eines der beliebtesten Naturbastelprodukte. Häufig wird die Kastanie auch als Bestandteil für die verschiedensten Herbstdekorationen verwendet.
Auf Grund der sehr großen Blätter, die die Rosskastanie hat, findet man diese auch häufig als Baumbestand in Biergärten, da sie hier als optimaler Schattenspender gilt.
Die Rosskastanie bietet für die Heilkunde einige wichtige Wirkstoffe, die in der Frucht selbst enthalten sind. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehört das Aesculin, Flavone, Stärke, Zucker und Eiweißstoffe. Rosskastanie findet ein weitreichendes Anwendungsgebiet in der Heilkunde. Hierzu gehören diverse Venenleiden, Schmerzen in den Beinen, Wadenkrämpfe, Hämorrhoiden, Schwellungen und diverse Entzündungen. Die enthaltenen Wirkstoffe wirken zudem Kreislauf und durchblutungsfördernd. Die Extrakte der Rosskastanie wirken zudem entzündungshemmend und schwach krampflösend. Auch äußerliche Anwendungen der Rosskastanie sind üblich. Dabei ist die Kastanie Bestandteil vieler Haut- und Haarpflegeprodukte, sowie Badezusätzen.
Die im Handel angebotenen Extrakte der Rosskastanie, die industriell hergestellt werden, sind als gut verträglich anzusehen, wenn man sich an die in der Packungsbeilage angegebenen Dosierungsempfehlungen hält. Gelegentlich kann es bei der Anwendung jedoch zu Nebenwirkungen kommen, die sich in Form von Übelkeit, Magenbeschwerden oder auch Juckreiz zeigen. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Arzneimittel sind keine Wechselwirkungen bekannt. Beim Kauf von Präparaten, die den Extrakt der Rosskastanie enthalten, sollte man zuvor den Rat eines Apothekers oder eines Arztes in Anspruch nehmen, da der Gehalt des Wirkstoffes sehr unterschiedlich sein kann.
|