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Rauschpfeffer (Piper methysticum) |
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Hausmittel und Selbstmedikation -
Heilkräuter
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RauschpfefferIm Volksmund als Rauschpfeffer bekannt, ursprünglich jedoch als Kava Kava, mit lateinischem Namen Piper methysticum, bezeichnet, stammt die Pflanze aus der Familie der Pfeffergewächsen.
Das Wort Kava bezeichnet in den polynesischen Sprachen einen unangenehmen Geschmack. Die Pflanze ist ein naher Verwandter des schwarzen Pfeffers und wird im pazifischen Raum schon seit vielen Jahren kultiviert. Ursprünglich ist die Pflanze in Neuguinea beheimatet. Für die Einwohner Polynesiens hatte und hat Kava Kava im kulturellen und religiösen Leben eine große Bedeutung.
Die Pflanze fand aber auch Verwendung in der Magie und in der Volksheilkunde – mit einer Vielzahl von
Anwendungen. Schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts sichteten niederländische Seefahrer die Pflanze auf den Inseln Wallis und Futuna. In Apotheken und Reformhäusern war der Rauschpfeffer seit dem 19. Jahrhundert erhältlich. Seit einigen Jahren sind die Präparate bei uns allerdings verboten.
Bei Rauschpfeffer handelt es sich um aufrechten Strauch, der eine Höhe von zwei bis drei Metern erreicht. Die Blätter sind sehr groß und weisen die Form eines Herzens auf. Der saftige Wurzelstock ist sehr mächtig und kann bis zu 10 kg schwer werden, dabei ist er sehr verästelt. Die Blüten bilden sich in Form von Ähren und sind eher klein und unscheinbar. Der Rauschpfeffer hat einen aromatischen, scharfen und bitteren Geschmack. Beim Verzehr hinterlässt er im Mund ein leichtes Taubheitsgefühl.
Arzneiliche Verwendung findet der geschälte und getrocknete Wurzelstock des Rauschpfeffers. Dabei sind die wichtigsten pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffe die Kavalactone, speziell Kavain und Methysticin. In der Volksheilkunde wurde der Rauschpfeffer zur Schlafförderung und Nervenberuhigung, bei Wechseljahresbeschwerden, Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Asthma, Rheuma, Magen- und Darmbeschwerden, Syphilis, Gonorrhö, zur Gewichtsabnahme und in der Geriatrie gegen Leistungsabfall und psychische Labilität verwendet. In der Neuropsychotherapie wurde er zudem als krampflösendes Mittel eingesetzt. Zudem soll die Droge gegen Hautpilz wirken und sie besitzt eine lange Tradition als Aphrodisiakum.
Die Zulassung für Kava Kava wurde im Jahre 2002 zurückgezogen und seitdem sind sowohl in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz keine Fertigarzneimittel mehr erhältlich.
Vor dieser Zeit waren verschiedene alkoholische oder acetonische Trockenextrakte zu erhalten. Denkbar ist, dass in Zukunft wieder Präparate zugelassen werden, die jedoch eine verringerte Dosierung des Rauschpfeffers enthalten. Vor einer Anwendungsdauer über zwei Monaten sollte jedoch auf jeden Fall abgeraten werden. Der Rückzug der Zulassung ist sicherlich auf die extremen Nebenwirkungen zurückzuführen. Im Zusammenhang mit der Einnahme von Rauschpfeffer wurden über Fälle von Leberschädigungen berichtet.
Das Verbot gilt jedoch wissenschaftlich als sehr umstritten, da es sich weltweit um lediglich 68 Fälle handelt, bei denen eine Leberschädigung eintrat und diese zudem nicht zwangsläufig auf die Einnahme von Rauschpfeffer-Präparaten zurückzuführen war. Vielmehr litten die Betroffenen unter den verschiedensten Vorerkrankungen und es ist nach wie vor unklar, welchen Einfluss die Einnahme der Rauschpfeffer-Präparate wirklich auf die Leber hatte.
Nach wie vor gibt es Stellen, die die Einnahme von Rauschpfeffer-Präparaten befürworten, wenn diese auf Rezept herausgegeben werden und die empfohlenen Höchstdosis von 120 mg nicht überschritten wird.
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