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Passionsblume (Passiflora caerulea)
Hausmittel und Selbstmedikation - Heilkräuter

Passionsblume

Die Passionsblume, mit lateinischem Namen als Passiflora caerulea bezeichnet, stammt aus der Familie der Passionsblumengewächse. Im Volksmund ist die Pflanze auch unter dem Namen Leiden Christi bekannt, da das Aussehen der Blüte die europäischen Missionare an die Leiden Christi am Kreuz erinnerte.

Ihren Ursprung findet die Passionsblume in Mittel- und Südamerika, ist heute jedoch auf dem gesamten amerikanischen Kontinent beheimatet. Obwohl sie in ihren Ursprungsländern schon früh als Beruhigungsmittel verwendet wurde, wurde die Pflanze in Europa erst viel später bekannt.

Sie gedeiht in fast allen milderen Klimazonen Südeuropas, in Mitteleuropa findet man sie ebenfalls, hier muss
die Pflanze jedoch aufgrund ihrer Klimaempfindlichkeit überwintert werden. Insgesamt gibt es weltweit über 400 verschiedene Arten der Pflanze. In ihrer Standortwahl bevorzugt die Passionsblume grundsätzlich einen sonnigen Standort.

Bei der Passionsblume handelt es sich um eine Kletterpflanze, die sehr ausdauernd ist und eine Höhe von bis zu 10 Metern erreicht. Die verholzten Stängel sind dünn und weisen eine grüne Färbung auf. An ihnen wachsen gestielte, dunkelgrüne Blätter. Die Laubblätter sind 3 bis 5 geteilt und tief gelappt. Auffällig ist die Größe der Blätter, die die Größe einer Hand einnehmen kann. Die Ranken, die Ähnlichkeit mit einem Korkenzieher haben, entspringen aus den Blattachseln.

Die Blütezeit erstreckt sich auf die Monate Mai bis September und in dieser Zeit bilden sich auffällige und recht ungewöhnliche Blüten, die einen Durchmesser von 7 bis 9 Zentimetern haben. Die Blüte selbst besteht aus weißen, großen Deckblättern. Obenauf liegt dagegen ein Kranz aus kleineren Blütenblättern, die eine blau-violette Färbung haben und am Rand ausgefranst aussehen. Die 5 Staubgefäße, in Form eines Schiffchens, bilden die Fortpflanzungsorgane und liegen in der Mitte der Blüte, zusammen mit 3 Narben. Aus den Fruchtknoten entwickeln sich später Früchte, die eiförmig sind und im Reifezustand eine gelbe bis orangene Färbung aufweisen. Bei der Frucht handelt es sich um eine essbare Beere, die in ihrem Inneren eine Vielzahl von Samen hat.

Medizinisch verwendet werden die frischen oder getrockneten Blätter und Stiele der Passionsblume. Diese enthalten wichtige pharmakologische Inhaltsstoffe, wie Flavonoide, ätherische Öle und cyanoge Glykoside.

Die Anwendung erfolgt innerlich durch die Zubereitung eines Tees. Hierzu verwendet man etwa 2 Gramm der getrockneten und zerkleinerten Blätter und übergießt diese mit rund 150 ml kochendem Wasser. Anschließend lässt man den Sud für etwa 5 bis 10 Minuten ziehen und seiht ihn ab. Empfohlen wird, zwei- bis dreimal täglich eine Tasse frisch zubereiteten Tee zu trinken. Der Tee hat eine heilende Wirkung bei Magen- und Darmbeschwerden, depressiven Verstimmungen sowie Hysterie, Asthma und Nervenschmerzen.

Äußerlich kann die Passionsblume auch bei Beschwerden der Hämorrhoiden angewendet werden und vielfach findet man den Bestandteil auch in Beruhigungsbädern wieder. Im Handel finden sich Fertigpräparate in Form von Dragees oder Tropfen, die einen Flüssigkeitsextrakt der Passionsblume beinhalten, aber auch das lose Kraut ist im Handel erhältlich.

Von einer Anwendung während der Schwangerschaft und in der Stillzeit sollte Abstand genommen werden. Bei einem übermäßigen Verzehr können Vergiftungserscheinungen auftreten, die sich in Form von Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Halskratzen oder auch als Krämpfe zeigen. Dies ist auf die enthaltene Blausäure zurückzuführen, jedoch sind ernsthafte Vergiftungen nicht zu erwarten. Für kleinere Tiere, wie zum Beispiel Hasen, ist die Passionsblume jedoch sehr giftig und hat in den meisten Fällen Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem des Tieres.

In den Ursprungsländern der Passionsblume werden die Früchte gern als Obst genutzt, welches einen süß-säuerlichen Geschmack aufweist und sehr erfrischend wirkt. Das Obst ist reich in Vitaminen, Eisen und Calcium und ist als Maracuja bekannt. Auch bei uns hat sich in den letzten Jahren der Maracujasaft einer immer größeren Beliebtheit erfreut.
 
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