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Keuschlamm / Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) |
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Hausmittel und Selbstmedikation -
Heilkräuter
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Keuschlamm / MönchspfefferDer Keuschlamm, mit lateinischem Namen als Vitex agnus-castus bezeichnet, stammt aus der Familie der Eisenkrautgewächse. Im Volksmund ist er auch weitreichend bekannt unter dem Namen Mönchspfeffer. Der Name Keuschlamm ist darauf zurückzuführen, dass die Pflanze im Altertum als Sinnbild der Keuschheit stand. In diesem Zusammenhang wurde die Pflanze bereits im 6. Jahrhundert vor Christus erwähnt. In der Antike und im Mittelalter fand der Keuschlamm bereits eine Verwendung in der Heilkunde und wurde zur Behandlung der unterschiedlichsten Krankheiten eingesetzt, überwiegend jedoch bei Beschwerden der weiblichen Geschlechtsorgane.
Auch in den Klosterküchen wurden die Früchte, die pfefferartig und scharf
sind, zum Würzen der Speisen verwendet. Hierauf beruht auch der im Volksmund verwendete Name Mönchspfeffer. Zudem verwendeten die Mönche den Keuschlamm zur Unterstützung ihrer Enthaltsamkeit.
Der Keuchschlamm stammt aus Zentralasien und dem Mittelmeergebiet. Beim Keuschlamm handelt es sich um einen Strauch, der eine Höhe von bis zu 6 Metern erreichen kann. An den Zweigen, die graufilzig und vierkantig sind, sitzen die langstieligen Blätter gegenständig. Diese Laubblätter sind in ihrer Form länglich und fünf- bis siebenzählig unterteilt. Die Färbung auf der Oberseite der spitz zulaufenden Blätter ist dunkelgrün, auf der Unterseite sind sie dagegen weißlich und weisen hier eine filzige Oberfläche auf.
Die Blütezeit erstreckt sich auf den Hochsommer, genauer gesagt auf die Monate Juni bis September. Zumeist stehen die Blüten in rispenförmigen, dichten Blütenständen, Vereinzelt finden sich aber auch in den Achseln der Hochblätter quirlartig angeordnete Blüten. Die Blüten weisen eine zartblaue bis rosarote Färbung auf und duften sehr aromatisch.
Auffällig ist der Kelch in Form einer Glocke, der insgesamt 5 Zipfel aufweist. Die Krone ist etwa 6 bis 9 Millimeter lang, im äußeren Bereich behaart, trichterförmig und schief 2-lippig. Zudem findet sich eine zweizipfelige Oberlippe und eine dreilappige Unterlippe.
Aus den Blüten bildet sich eine Steinfrucht, die in etwa die Größe eines Pfefferkorns erreicht und in ihrer Färbung dunkelbraun bis schwarz ist. Im äußeren Bereich ist die Steinfrucht fleischig, die Erntezeit erstreckt sich auf die Herbstmonate.
Zum Einsatz in der Heilkunde und Medizin kommen die reifen Früchte, die nach der Ernte getrocknet werden. Die Keuschlammfrüchte werden in der Volksheilkunde beispielsweise zur Förderung der Milchbildung, gegen den Geschlechttrieb, zur Förderung des Eintritts der Regelblutung und bei Entzündungen und Schmerzen der Gebärmutter eingesetzt.
Zur Anwendung kommen wässrige alkoholische Auszüge, die aus den zerkleinerten Früchten gewonnen werden. Es finden sich sowohl Flüssig- als auch Trockenextrakte. Im Handel findet man heute gängige Darreichungsformen, wie Lösungen, Tabletten oder Kapseln.
Die Dosierung sollte der Einnahme von 30 bis 40 Milligramm der Droge täglich entsprechen, teilweise wird beim prämenstruellen Syndrom eine deutlich höhere Dosierung empfohlen.
Um eine deutliche Wirkung zu erzielen, sollte das Präparat über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, für mindestens drei Monate. Eingesetzt werden die Präparate aus Keuchschlammfrüchten heute bei Regeltempoanomalie, bei Mastodynie und bei prämenstruellen Beschwerden.
Nebenwirkungen treten bei der Einnahme nur in seltenen Fällen auf und zeigen sich zumeist in Form von juckenden Hautausschlägen. Bei einer Überdosierung können jedoch auch Empfindungsstörungen auftreten.
Vor der Anwendung der Präparate sollte vor allem bei Störungen der Regelblutung ein Arzt aufgesucht werden um von ihm eine Diagnostik erstellen zu lassen. Auf eine Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte man verzichten, da hierzu keine gesicherten, wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen.
In Tierexperimenten wurde eine Beeinträchtigung der Milchbildung festgestellt. Eine Wechselwirkung bei gleichzeitiger Einnahme anderer Mittel ist bisher nicht bekannt.
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