|
Katzenbart (Orthosiphon aristatus) |
|
Hausmittel und Selbstmedikation -
Heilkräuter
|
KatzenbartDer Katzenbart, mit lateinischem Namen als Orthosiphon aristatus bezeichnet, stammt aus der Familie der Lippenblütengewächse. Im Volksmund haben sich zahlreiche andere Bezeichnungen gebildet, wie beispielsweise Kumis, Nierentee, Javatee, Orthosiphon, Kutjin oder Koemis Koetjing.
Ursprünglich stammt die Pflanze aus den Tropen Asiens, die Droge des Katzenbarts wird heute jedoch oft auch aus Indonesien importiert. Beim Katzenbart handelt es sich um eine krautige, ausdauernde Pflanze, deren Höhe etwa 40 bis 80 Zentimeter erreicht.
Die Pflanze besitzt einen vierkantigen Stängel, an dem längliche Blätter sitzen, die einen grob gesägten bis gezähnten Blattrand aufweisen. Die Blattunterseite weist eine helle, graugrüne
Färbung auf und man erkennt eine drüsige Punktierung und die kräftig hervortretende Nervatur.
Während der Blütezeit bilden sich Lippenblüten, die in Form von Quirlen angeordnet sind. Sie sind in ihrer Färbung blau bis hell-violette. Den Namen Katzenbart hat die Pflanze aufgrund der langen und auffallenden Staubblätter erhalten, die in ihrem Aussehen an einen Katzenbart erinnern.
Aufgrund der enthaltenen Inhaltsstoffe im Katzenbart wird die Pflanze medizinisch verwendet. Die Blätter und Stängelspitzen werden dafür gesammelt. Hierzu eignet sich insbesondere die Zeit vor der Blüte. Anschließend wird das Sammelgut getrocknet. Die getrockneten Blätter des Katzenbartes sind auch unter dem Namen Orthosiphonblätter bekannt. Sie weisen eine Reihe von Inhaltsstoffen auf, wie ätherisches Öl, Kaliumsalze, Saponine, Pflanzensäure und Flavonoide.
Zur Teeherstellung verwendet man etwa 2 Teelöffel der getrockneten Orthosiphonblätter und übergießt diese mit 150 Milliliter kochendem Wasser. Anschließend deckt man den Sud ab und lässt ihn für etwa 15 Minuten ziehen. Zum Schluss wird er noch abgeseiht. Um eine volle Wirksamkeit zu erzielen, wird empfohlen, mehrmals täglich eine Tasse Tee zu trinken, die jeweils frisch hergestellt werden sollte.
Dem Katzenbart wird eine entzündungshemmende, ausschwemmende, keimabtötende und leicht krampflösende Wirkung nachgesagt. Bisher war eine Zuordnung der Wirkungsweisen auf die einzelnen Inhaltsstoffe jedoch nicht möglich. Als Durchspülungstherapie bei Nierengrieß und bei Infektionen der ableitenden Harnwege werden zudem wässrige Auszüge aus den Orthsiphonblättern angewendet.
Im Handel sind Orthosiphonblätter als Tee erhältlich, aber auch Tee-Kombinationen aus verschiedenen Pflanzen werden angeboten. Fertigarzneimittel, die bei Erkrankungen der Blase und der Niere angewendet werden, haben ebenfalls Orthosiphonblätter als Bestandteil. Die tägliche Tagesdosis sollte etwa 6 bis 12 Gramm der Droge nicht übersteigen.
Da bisher keine Daten der Unbedenklichkeit bei der Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit vorliegen, sollte man von einer Anwendung in dieser Zeit absehen.
Bisher sind keine Nebenwirkungen bekannt geworden wenn man sich an die entsprechenden Gebrauchsbestimmungen hält. Während der Einnahme der Präparate sollte man jedoch auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten, dabei sollten alkoholische und koffeinhaltige Getränke vermieden werden.
Odeme, die durch Herz- oder Nierenerkrankungen hervorgerufen wurden, können nicht durch Orthosiphonblätter behandelt werden und ein Arzt sollte zu Rate gezogen werden. Sollten die Beschwerden nach der Anwendung von Orthosiphonblättern auch nach einer Woche noch anhalten oder aber in periodischen Abständen wiederkehren, so ist ebenfalls die Rücksprache mit einem Arzt erforderlich.
|