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Kalmus (Acorus calamus)
Hausmittel und Selbstmedikation - Heilkräuter

Kalmus

Der Kalmus, mit lateinischem Namen als Acorus calamus bezeichnet, stammt aus der Familie der Kalmusgewächse. Im Volksmund haben sich zahlreiche andere Namen gefunden, wie beispielsweise Magenwurz, Brustwurz, Deutscher Zitwer oder Ingwer oder auch Zehrwurz.

Ursprünglich stammt der Kalmus aus Ostasien. In Europa kommt er nur verwildert vor, wird aber von alters her als Heil- und Gewürzpflanze angebaut. Selten findet man ihn in Europa an Teichrändern und Gräben. Durch die ihm zugeschriebene wasserreinigende Wirkung wurde der Kalmus von den Mongolen an den Tränken der Pferde angebaut, die sie auf Ihren Streifzügen durch Europa aufsuchten.

Der Kalmus gehört
zu den schilfartigen Gewächsen, daher bevorzugt er bei seiner Standortwahl die Uferzonen von Gewässern und wächst auch im seichten Wasser bis zu einer Wasserstandshöhe von etwa 30 Zentimetern. Aber auch in Sumpfgebieten ist er zu finden, dabei bevorzugt er Plätze, die sonnig liegen.

Der Wurzelstock des Kalmus ist etwa daumendick, flach und waagerecht kriechend. Aus ihm entspringen die schwertförmigen Blätter, die eine Höhe von 1,50 Metern erreichen können. Der Blattrand weist oft eine wellige Form auf und das Blatt selbst wird etwa 2 Zentimeter breit. Die Blütezeit des Kalmus findet in den Monaten Juni bis Juli statt, wobei eine Blüte nur zustande kommt, wenn ein warmer Winter vorausgegangen ist und es sich um einen warmen Sommer handelt. Obwohl er diesbezüglich sehr temperaturempfindlich ist, zeichnet er sich trotzdem durch seine Winterhärte aus.

Aus dem Hochblatt wächst seitlich ein Blütenkolben heraus, der eine Länge von bis zu 7 Zentimetern erreicht. Die kleinen Blüten sind in ihrer grünen Färbung eher unscheinbar. Im weiteren Verlauf entwickeln sich aus den Blüten rote Beeren. Zur Reife kommen diese in unserem Klima allerdings nicht. Daher kann der Kalmus nur vegetativ vermehrt werden.

Die Verwendung als Heil- und Gewürzpflanze ist bereits auf die Antike zurückzuführen, gerade in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet. Als Heilpflanze bekannt, wird der Wurzelstock des Kalmus verwendet, der im zeitigen Frühjahr vor der Blattentfaltung oder im Spätherbst gesammelt wird. Der Wurzelstock enthält ätherische Öle, den Bitterstoff Acoretin, das harzartige Acoretin, Gerbstoffe, Cholin und Schleim. Die Heilanzeigen lassen weit auf sich zurückblicken. Bereits von den Römern und Griechen im Altertum wurde der Kalmus als Opfergabe dargebracht, von den Arabern wurde ihm eine Erhöhung der Liebeskraft nachgesagt.

Tatsächlich ist der Kalmus als ein aromatisches, ausgezeichnetes Bittermittel bekannt, welches vor allem entblähend und appetitanregend wirkt. Bei den verschiedensten Erkrankungen wird der Kalmus eingesetzt, wie beispielsweise Magensenkung, Magenkatarrh, bei Blutarmut und bei einer verminderten Gallensekretion. Der Kalmus wird in der Heilkunde oft auch als Badezusatz eingesetzt und soll hier positiv auf gereizte Nerven seine Wirkung zeigen. In diesem Zusammenhang soll er auch gerade bei Erkrankungen wie Skrofulose und Rachitis bei Kindern eine heilende Wirkung zeigen. Eine Verwendung als Zahnpulver oder als Mundwasser findet in der Volksheilkunde schon seit langer Zeit statt. In neuerer Zeit wird der Kalmus sogar zahnärztlich empfohlen.

Um einen Tee zuzubereiten, verwendet man 1 Teelöffel der geschälten und klein geschnittenen Wurzel. Die Wurzel wird im kalten Wasser für etwa 8 Stunden angesetzt und anschließend abgeseiht. Als Tagesdosierung werden 2 bis 3 Tassen Tee empfohlen.

Alternativ lässt sich aus der Wurzel auch eine Tinktur herstellen. Auf einen Teil der frischen Wurzel kommen in diesem Fall 9 Teile Alkohol. Das Ganze lässt man am besten in der Sonne über mehrere Wochen destillieren. Zur Einnahme werden dreimal täglich 20-30 Tropfen der Tinktur empfohlen. Auf keinen Fall sollte man Kalmus anwenden, wenn es sich um Durchfallerkrankungen handelt. Auch für eine dauerhafte Anwendung ist der Kalmus nicht geeignet.
 
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