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Hirtentäschel (Capsella Bursa- Pastoris)
Hausmittel und Selbstmedikation - Heilkräuter

Hirtentäschel - Capsella Bursa- Pastoris

Der Name leitet sich von der Form der Schötchen ab, welche herzförmigen Taschen gleichen. Als im ersten Weltkrieg die gebräuchlichen blutstillenden Arzneidrogen, Kanadischer Gelbwurz und Mutterkorn nicht mehr verfügbar waren, wurde Hirtentäschel als Alternative eingesetzt.

Merkmale: Das Hirtentäschelkraut ist ein zweijähriges Kraut. Typisch für das Hirtentäschel ist die Blattrosette, welche aus schrotsägeförmigen Blättern zusammengesetzt, dem Boden anliegt oder auch aufsteigt. Die Stängel können 20 bis 40cm lang werden. Da das Hirtentäschelkraut keine besonderen Ansprüche stellt, wächst es auch an ungünstigen Stellen. Die Stängel der Pflanze können einfach oder auch verzweigt sein. Die wenigen
Stängelblätter sind sitzend angebracht. Das besondere an der Pflanze ist, dass sie das ganze Jahr über blüht und auch fruchtet. Man findet an der Pflanze gleichzeitig oben noch Blütenknospen, darunter geöffnete vierzählige Blüten und weiter unten die gestielten, dreieckigen Kapselfrüchte. Die Blütezeit des Hirtentäschels ist von März bis November.

Vorkommen: Stammt wahrscheinlich aus Europa und Asien, ist jedoch in allen gemäßigten Zonen verbreitet. Das Hirtentäschel findet man in Gärten als Unkraut, auf Äckern, auf Schuttplätzen, an Wegen und Böschungen, auf Wiesen und Triften, Grasplätzen, Ödland und Mauern.

Richtig sammeln: Das ganze Jahr hindurch kann die Heilpflanze gesammelt werden, jedoch sind die Frühjahrsmonate die günstigste Erntezeit. Man zupft das Kraut mit der Wurzel aus, befreit es von anhaftendem Erdreich und hängt es gebündelt, kopfüber an einen schattigen Ort zum Trocknen auf.
Die Wirkstoffe: Als Wirkstoffe sind in der Pflanze Flavonoide, viel Kalium, ein Peptid mit blutstillender Wirkung enthalten.

Anwendungsformen: Seit langer Zeit wird das Hirtentäschel wegen seiner guten blutungs- verhindernden und blutstillenden Eigenschaft als Mittel bei schweren Uterusblutungen genutzt. Es wirkt zwar schwächer als Mutterkorn, hat aber nicht dessen toxische Eigenschaft und ist daher auch besser verträglich. Hirtentäschel wird bei Blutungen aller Art genommen, von Nasenbluten bis hin zu blutigem Harn. Durch die adstringierenden Eigenschaften wirkt es gleichzeitig desinfizierend bei Blasenentzündungen und wird bei Durchfall eingenommen.

Rezepte: Hirtentäschel Tee; 2 Teelöffel Hirtentäschelkraut mit ¼ l kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ausziehen, danach abseihen. Regelmäßig 2 Tassen Tee täglich trinken.

Nebenwirkungen: keine bekannt, aber nicht während der Schwangerschaft anwenden.
 
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