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Flachs (Linum usitatissimum) |
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Hausmittel und Selbstmedikation -
Heilkräuter
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FlachsDas Flachs, wie es im Volksmund bezeichnet wird, heißt eigentlich Lein, mit lateinischem Namen Linum und stammt aus der Familie der Leingewächse. Der Flachs findet seine natürliche Verbreitung im mittleren und nordöstlichen Europa, Mittelmeerraum, Vorder- und Kleinasien und in Vorderindien.
Bei seiner Standortwahl bevorzugt der Flachs sandige Lehme und lehmige Sande, nimmt jedoch auch leichtere Böden, die eine gute Wasserführung aufweisen, in Kauf. An das Klima stellt die Pflanze keine großartigen Anforderungen, sie gedeiht sowohl in kontinentalen, als auch in maritimen Klimalagen.
Beim Lein handelt es sich sowohl um einjährige als auch mehrjährige Pflanzen oder auch
Halbsträucher, die eine Wuchshöhe von bis zu 160 Zentimeter erreichen können. Die Pflanze bildet eine Pfahlwurzel, die nur geringe Verzweigungen aufweist. Die aufrechten Stängel tragen wechselständig Laubblätter, die eine schmale Form aufweisen und ganzrandig sind. Die Blüten sitzen blattwinkelständig am Gipfel. Die fünf Kelchblätter können unterschiedliche Färbungen aufweisen: weiß. rosa, violett, graublau oder blau.
Die Früchte sind Kapseln, die jeweils 5 Fächer aufweisen, die wiederum jeweils mit 2 Samenanlagen bestückt sind. Die Samen weisen eine lange bis rundovale Form auf, sind hellgelb bis dunkelbraun, glänzend und feinpunktiert. Eine Aussaat der Samen sollte so früh wie möglich erfolgen, in der Regel bieten sich die Monate März und April an.
Seitdem man die Fasergewinnung von Flachs zur Herstellung von Garnen und Leinenstoffen entdeckt hat, wird die Pflanze vermehrt kulturell gezüchtet. Bereits vor 6000 Jahren wurden von den Ägyptern Leinentücher aus Flachs hergestellt. Die Pflanzenfaser war für lange Zeit (bis ins 18. Jahrhundert) der wichtigste textile Rohstoff. Erst durch die Entdeckung der Baumwolle im 19. Jahrhundert und dessen Einführung in Europa wurde die Bedeutung von Flachs geringer.
Aber so wundert es nicht, dass der Flachs zu den ältesten Kulturpflanzen gehört. Die für die Verarbeitung so wichtigen Fasern des Flachs sitzen im Stängel der Pflanze und weisen eine Länge von etwa 50 Zentimetern auf. Hat man früher den Flachs mit der Hand geerntet, der Vorgang wird auch als Raufen bezeichnet, so bedient man sich heute großer Maschinen. Bei der Handernte wird die Pflanze mit der ganzen Wurzel aus der Erde gezogen, um zu verhindern, dass die so kostbare innere Faser beschädigt wird.
Zunächst wird die Pflanze dann getrocknet bevor sie weiterverarbeitet wird durch Riffeln, Brechen, Schwingen, Hecheln, Spinnen und Weben. Die heutige maschinelle Ernte besteht aus drei verschiedenen Schritten: Raufen, Wenden und Pressen, wobei auch hier der Flachs zwischenzeitlich getrocknet (geröstet) werden muss. Der Vorgang dauert einige Zeit und aus den so mühevoll gewonnenen Fäden werden anschließend Garne hergestellt.
Heute werden einige Flachsfasern auch zur Herstellung von technischen Fasern verwendet, die man anschließend beispielsweise in Bremsbelägen oder Dämmstoffen wieder findet. Auch in der Papierherstellung findet sich der Rohstoff der Flachsfaser wieder. Ein holzartiges Beiprodukt bei der Fasegewinnung, welches als Flachsschäben bezeichnet wird, dient in der Tierhaltung als Einstreu.
Die Pflanze ist jedoch nicht nur zur Herstellung von Garnen, sondern findet auch weitreichende andere Verwendung. Das in der Pflanze enthaltene Leinöl wird häufig in der Heilkunde verwendet, dient aber auch als Lebensmittel oder wird bei der Herstellung von Ölfarben und Firnis in der Malerei.
Zur Herstellung von Leinöl werden die Samen der Flachspflanze gepresst und man gewinnt das Öl, welches vor Anwendung und Gebrauch einige Zeit stehen sollte. In der Ernährung findet das Leinöl in vielen Rezepten Verwendung und es ist eine lange Zeit haltbar. Man sollte jedoch darauf achten, es nicht im Kühlschrank aufzubewahren.
In der Heilkunde sagt man dem Flachsöl eine entzündungshemmende Wirkung nach, es soll die Darmwand abdichten und wirkt stuhlregulierend. Bei einer Erkrankung des Magen-/Darmtrakts wirken sich die Schleimstoffe günstig aus. Aber auch bei Husten, Asthma, Bronchitis oder Heiserkeit wird das Leinöl angewendet.
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