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Faulbaum (Frangula alnus)
Hausmittel und Selbstmedikation - Heilkräuter

Faulbaum

Der Faulbaum, mit lateinischem Namen als Frangula alnus bezeichnet, gehört zu der Familie der Kreuzdorngewächse. Aufgrund seines Geruchs der Rinde, der faulig ist, erhielt er seinen Namen. Im Volksmund wird er deshalb auch häufig als Sinkboom bezeichnet, aber auch andere Namen wie Schusterholz oder Pulverholz sind gängig.

Der lateinische Name der Gattung „Frangula“ bezieht sich auf das brüchige Holz, der Name der Art „alnus“ dagegen auf die Ähnlichkeit mit Erlenblättern. Der Faulbaum findet eine recht weite Verbreitung, die sich über Europa, Sibirien, Vorder- und Mittelasien erstreckt. Im westlichen Nordafrika findet man ihn zudem in einigen Arealen und in
Nordarmerika (überwiegend nordöstlich) wurde der Baum eingebürgert.

Für ein optimales Wachstum benötigt der Baum saure Lehm- und Tonböden, daher findet man ihn häufig am Rande von fließenden Gewässern und Mooren, aber auch in lichten und offenen Wäldern. Dabei findet man den Faulbaum nicht nur im Flachland sondern auch in Höhenlagen bis etwa 1000 Metern.

Der Faulbaum wächst entweder als hoher Strauch oder als Baum und kann eine Höhe von bis zu sechs Metern erreichen. Obwohl er der Familie der Kreuzdorngewächse angehört, besitzt er keine Dornen. Die Laubblätter, die sich eiförmig darstellen, weisen in der Regel 6 bis 9 Seitennerven auf, die sich an der Blattunterseite hervorheben. Der Faulbaum weist gerade an den Enden seiner Zweige ein vermehrtes Wachstum der Blätter auf.

Die Blütezeit findet zur gleichen Zeit wie die des Apfelbaumes statt, also in der Regel in den Monaten Mai bis Juni, vereinzelt jedoch auch schon im April, je nach Standort. Die Blüten zeigen sich recht unscheinbar und entwickeln sich anschließend zu Beeren. Je nach Reifestadium weisen sie dabei eine grüne, rote oder blauschwarze Färbung auf. Dabei handelt es sich um beerenartige Steinfrüchte.

Auffällig ist die sehr unterschiedliche Reifung der Früchte, so dass sich an einem Baum alle Reifestadien erkennen lassen. Die Beeren sind als stark giftig bekannt und können beim Verzehr gerade für Kinder sehr gefährlich sein. Beim Menschen zeichnet sich eine Vergiftung durch die Aufnahme von unreifen Beeren, den Blättern oder auch der Rinde durch heftige Magen-/ Darmbeschwerden aus, es können dabei auch blutige Durchfälle auftreten.

Aber auch Kühe, Rinder, Pferde und Vögel können an den Giftstoffen des Faulbaums erkranken. Kennzeichnend für den Faulbaum ist der Geruch, der von ihm ausgeht, der selbst in einigen Metern Entfernung auch gegen den Wind noch wahrgenommen werden kann. Dabei handelt es sich um einen angenehmen, intensiven süßlichen Geruch.  

Seine Anwendung in der Heilkunde fand der Faulbaum bereits im 14. Jahrhundert und auch heute wird er noch als pflanzliches Mittel gegen Verstopfungen eingesetzt, denn er zeigt eine stark abführende Wirkung. Zur Anwendung kommt dabei die Rinde des Faulbaums, die zunächst für mindestens 1 Jahr gelagert werden muss, bevor sie als Droge zum Einsatz kommen kann. Erst dann kann man es als mildes und zudem sehr effektives Abführmittel bezeichnen.

Durch die Lagerung oxidieren die beiden Inhaltsstoffe Anthron und Anthranol zu dem Wirkstoff Anthrchinonen. Alternativ kann man die Oxidation auch mit dem Erhitzen der Rinde erzielen. Aus der nun wirksamen Rinde wird in ein Tee zubereitet. Häufig findet man den Wirkstoff des Faulbaumes auch in anderen Kräutertees, die zur Bekämpfung von Blähungen oder als Abführmittel eingesetzt werden.

Neben der heilkundlichen Anwendung findet die Rinde auch bei der Herstellung von Schwarzpulver ihre Verwendung. Dies ist besonders auf die geringen Ascherückstände und ihre niedrige Graphitierung zurückzuführen. Aufgrund dieser Verwendung wird der Baum volkstümlich auch als Pulverholz bezeichnet.

Heute beschränkt sich jedoch die Verwendung der Rinde auf die Herstellung von so genanntem Jagdschwarzpulver. Da mit der Entdeckung und Einführung des Zellulosenitrats eine einfachere und schnellere Möglichkeit der Schwarzpulver-Herstellung entstand.
 
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