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Enzian (Gentiana Lutea)
Hausmittel und Selbstmedikation - Heilkräuter

Enzian - Gentiana Lutea

Der Enzian steht von Alters her als Heilpflanze im Vordergrund. Es noch gar nicht so lange her, da war der Gelbe Enzian für Bergbauern ein recht lästiges Unkraut, welches ausgerottet werden musste. Heute ist diese stattliche Pflanze, die etwa 1 Meter hoch ist, so stark dezimiert, dass sie unter sehr strengem Naturschutz steht. Er ist in vielen Ländern geschützt und der Drogenbedarf wird deshalb durch die Zucht von Enzian in künstlichen Kulturen gedeckt.

Merkmale: Der Enzian ist eine ausdauernde Pflanze. Der kahle aufrechte Stängel ist hohl und trägt kreuzgegenständige große elliptische, bläulich- grüne, mit
starkem Bogennerven durchzogene Blätter, deren Stiele von unten nach oben immer kürzer werden. Die Pflanze ist mit einer langen, kräftigen Wurzel im Boden verankert. Sie bildet erst nach einigen Jahren ihre gelben Blüten aus, welche in reichblütigen Scheinquirlen angeordnet sind. Die Blütezeit ist Juli und August.

Vorkommen: Die Heimat des Enzians ist hauptsächlich auf Kalkböden der Alpen, allgemein in den Gebirgen des südlichen Mitteleuropa und Südeuropa.

Richtig sammeln: Gesammelt werden die Wurzeln von bis zu 7 Jahre alten, blühenden Pflanzen. Sie werden schnell gereinigt und getrocknet. Die Pflanze feminiert dadurch nicht und erhält ihre gelbe Farbe.
Die Wirkstoffe: Bitterstoffe, hauptsächlich Gentiopikrin und der jüngst entdeckte Bitterstoff Amarogentin, der den höchsten Bitterwert aufweist, wenig Gerbstoffe und ätherische Öle.

Anwendungsformen: Die Enzianwurzel ist eine reine Bitterstoffdroge. Die anderen Inhaltsstoffe sind von ungeordneter Bedeutung. Der Gehalt an Gerbstoffen ist relativ gering, was für die Verwendung als Magentonikum sehr wichtig ist, denn unerwünschte Reizwirkungen entfallen deshalb. Appetitlosigkeit, Magenschwäche mit mangelnder Magensaftsekretion, Störungen der Magenentleerung, Blähung- sowie Krampf- und Erschlaffungszustände des Magens und des Darms können mit Enzian- Tee erfolgreich behandelt werden. Auch die Gallensekretion wird durch Enzian günstig beeinflusst. Die Bitterstoffe wirken zum einen durch die Berührung mit der Mundschleimhaut, indem sie heilende Reflexe auslösen, zum anderen nach Aufnahme in den Körper. Deshalb sollte man bei der Anwendung von Enzian genau auseinander halten, welche Form einer Magenfunktionsstörung vorliegt. Beim saftlosen, schlaffen Magen ist Enzian das Mittel zur Wahl, jedoch beim reizempfindlichenübersäuerten Magen ist er nicht geeignet.

Rezept: Enzian- Tee; 1 Teelöffel zerschnittene Enzianwurzel mit ¼ l Wasser übergießen und 5 Minuten kochen. Der Tee muss vor den Hauptmahlzeiten mäßig warm getrunken werden. Eine andere Zubereitungsart, bei welcher das Endprodukt nicht ganz so viele Bitterstoffe enthält und vor allem Dingen keine Gerbstoffe mehr enthalten sind der Kaltansatz, der über 8- 10 Stunden bei gleicher Ausgangsmenge ziehen muss.

Nebenwirkungen: Beachtet man die angegebene Dosierung, so braucht man keine Nebenwirkungen zu befürchten. Jedoch sollten Menschen mit sehr hohem Blutdruck, mit Magen- und Darmgeschwüren sowie schwangere Frauen von der Verwendung Abstand halten.
 
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