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Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)
Hausmittel und Selbstmedikation - Heilkräuter

Ackerschachtelhalm

Der Ackerschachtelhalm wird mit lateinischem Namen Equisetum arvense genannt und stammt aus der Abteilung der Schachtelhalme, die zu den farnartigen Gewächsen gehören. Der lateinische Name der Pflanze beruht auf dem Aussehen im Frühling. In dieser Zeit bilden sich Sporentriebe, die einem Pferdeschweif ähnlich sehen.

Er ist auch unter zahlreichen anderen Bezeichnungen bekannt, wie beispielsweise Katzenwedel, Pfannebutzer, Schaftheu, Zinnkraut, Scheuerkraut oder auch Acker-Zinnkraut.

Der Ackerschachtelhalm kann auf eine weitreichende, geschichtliche Vorzeit zurückblicken und gehört zu den ältesten Pflanzen. Es handelt sich dabei um eine mehrjährige Pflanze, die keine Blüten bildet, sondern sich durch die Bildung von Sporen
vermehrt.

Man findet den Ackerschachtelhalm weit verbreitet über ganz Europa, in Asien, Nordamerika und sogar bis in die arktischen Gebiete.

Die Droge des Ackerschachtelhalms wird überwiegend aus China eingeführt. In ihrem Standort bevorzugt die Pflanze Äcker, Böschungen und Gräben, sowie feuchte und lehmige Wiesenränder.

Die ausgewachsene Pflanze erreicht überirdisch lediglich eine Höhe von 10 bis 50 cm, unter der Erde bilden sich jedoch weit verzweigte und zähe Wurzeln, die tief in den Boden eindringen. Die Vermehrung erfolgt, wie schon erwähnt, durch Sporen, die durch einjährige Pflanzen im Frühjahr gebildet werden. Dazu wachsen in dieser Zeit Sporentriebe, die an ihrer hellbraunen bis rötlichen Färbung zu erkennen sind. Nach nur wenigen Wochen, in der Sommerzeit, werden aus diesen Sporentrieben grüne Sommertriebe, die unfruchtbar sind. Die entstandenen grünen Sprossen werden medizinisch verwendet.

Der Ackerschachtelhalm weist einen hohen Gehalt an Kieselsäure auf, auf den auch sein Name Zinnkraut zurückzuführen ist. Denn in früheren Zeiten wurde die Pflanze zum Putzen von Zinn verwendet.

Die Verwendung von Ackerschachtelhalm in der medizinischen Anwendung ist schon auf das Altertum zurückzuführen. Dies ist vor allem mit den Bestandteilen des Ackerschachtelhalms begründet. Neben seinem hohen Gehalt an Kieselsäure enthält er Bestandteile wie Carbonsäure, Flavonoide, Glykoside, Kalium und Saponine. Durch den hohen Gehalt an Kieselsäure wurde er im Altertum überwiegend als blutstillendes Mittel eingesetzt.

Als Heilpflanze in der neueren Zeit wurde der Ackerschachtelhalm erst durch Sebastian Kneipp bekannt, der die Pflanze bei der Behandlung gegen Gicht, Rheuma und  bei Störungen der Wundheilung einsetzte. Dabei wird das Kraut von den grünen Sommertrieben (nur die obersten zwei Drittel) verwendet. Aber auch der Tee, der aus der Pflanze hergestellt werden kann, hat eine heilende Wirkung. Überwiegend setzt man den Tee zur Durchspülung bei

entzündlichen oder bakteriellen Erkrankungen der Harnwege und der Nieren ein, aber auch bei Nierengrieß. Zudem lässt sich chronischer Husten mit dem Tee behandeln oder er dient zur Ausschwemmung von vorhandenen Ödemen.

Sportler setzen den Ackerschachtelhalm häufig in Konzentraten ein, um Bänder und Sehnen zu stärken. Auch Gelenkentzündungen können mit dem Ackerschachtelkraut behoben werden. Man kocht dazu das Kraut mindestens 20 min im Wasser. Das gekochte Kraut wird auf die schmerzenden Stellen gelegt und dort für einige Stunden belassen, am besten über Nacht. Bereits innerhalb von 1-2 Tagen verschwinden die Entzündung und die Schmerzen.

Jedoch kann der Ackerschachtelhalm den Gelenkverschleiß selbst nicht heilen. Aus der entstandenen Flüssigkeit kann durch Einköcheln eine Creme hergestellt werden, mit der man die schmerzenden Stellen einreiben kann. Die Medizin hat die Wirkung von Ackerschachtelhalm schon seit längerer Zeit erkannt und man findet seine Bestandteile heute in vielen Präparaten wieder, wie beispielsweise in Husten-, Blasen-, Rheuma-, Nieren- und Blutreinigungstees.  

Aber nicht nur im medizinischen Sinne findet der Ackerschachtelhalm Verwendung, sondern auch im Bereich des Gartenbaus. Eine Jauche aus ihm stärkt Pflanzen und dient zur vorbeugenden Bekämpfung von Schädlingen, die saugen (z.B. Blattläuse). Das Besprühen von Obstgehölzen oder Tomatensträuchern mit Ackerschachtelhalmtee dient der Vermeidung von Rost und Mehltau.
 
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